Lernförderung in der Sekundarstufe I

Bei jedem Kind kann es im Laufe seiner schulischen Entwicklung zu Lernschwierigkeiten kommen. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur.
Das besondere Problem an Lernschwierigkeiten besteht darin, dass sie oft schleichend beginnen und von den Kindern selbst und ihren Eltern in dieser Anfangsphase nicht wahrgenommen und daher auch nicht geäußert werden. Manifestieren sich die Lernschwierigkeiten in schlechten Noten, ist häufig schon das Selbstkonzept des Betroffenen angegriffen und das Interesse am Lernstoff nicht mehr vorhanden.
Um dieser Abwärtsschleife vorzubeugen, achten die Lehrerinnen und Lehrer sensibel auf Anzeichen von Lernschwierigkeiten, um gegebenenfalls frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
Konkrete Maßnahmen sind:
  • Beratung (Beratung zu Förderbedarf/Nachteilsausgleichen, Förderpläne, Lern- und Förderempfehlungen)
  • Zusätzlicher Unterricht (Ergänzungsunterricht, Lerntraining, Nachhilfe)
Diese Maßnahmen werden im Folgenden genauer dargestellt. Unten auf der Seite stehen wichtige Unterlagen zum Download bereit.
 

Ergänzungsunterricht in den Jahrgangsstufen 6 und 9

  • Ergänzungsunterricht erhalten nach Bedarf und Kapazität Schülerinnen und Schüler, die Lernschwierigkeiten in einem Kernfach (Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch) haben.
  • Welche Schülerinnen und Schüler am Ergänzungsunterricht teilnehmen, wird nach dem Notenbild des Zeugnisses oder nach Empfehlung der Fachlehrkräfte festgelegt.
  • Der Ergänzungsunterricht wird von Fachlehrerinnen und Fachlehrern durchgeführt.
  • Die Ergänzungsstunden dienen der Wiederholung, gerade in Bezug auf Basiswissen, und der Festigung von Lernstoff in einem bestimmten Fach, nicht der Anfertigung von Hausaufgaben. Diese sollen Schülerinnen und Schüler – auch auf Grundlage der Kompetenzen, die im Ergänzungsunterricht gefestigt werden – selbstständig erledigen.
 

Ergänzungsunterricht Lesen und Rechtschreibung in den Jahrgangsstufen 5 und 6

  • Zusatzstunden in den Bereichen Lesen und Rechtschreibung erhalten Schülerinnen und Schüler mit entsprechendem Förderbedarf.
  • Dabei wird nach den Bereichen Lesen und Rechtschreibung differenziert. Jeder Kurs umfasst eine Wochenstunde. Die Kurse beginnen im zweiten Halbjahr der fünften Klasse und enden nach dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse.
  • Welche Schülerinnen und Schüler an den Ergänzungsstunden Lesen und Rechtsschreibung teilnehmen, wird von den Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern der Jahrgangsstufe 5 (und gegebenenfalls 6) festgelegt.
  • Den Unterricht erteilen Lehrkräfte mit dem Fach Deutsch.
  • Die Ergänzungsstunden in den Bereichen Lesen und Rechtschreibung dienen dem Ausbau von Basiskompetenzen, die zwar im Deutschunterricht vorrangig gefördert werden, aber für erfolgreiches Lernen in allen Fächern von zentraler Bedeutung sind.
 

Lerntraining in den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9

  • In Kooperation mit der Caritas Mülheim bietet das Gymnasium Broich Lerntraining, also individuelle Förderung bei Lernschwierigkeiten, in den Kernfächern an. Dieses Angebot gilt für alle Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe (Klasse 7 bis Klasse 9).
  • Das Lerntraining findet nachmittags in Kleingruppen (zwei bis fünf Schülerinnen und Schüler) in den Räumlichkeiten des Gymnasiums Broich statt. Die Zusammenstellung der Kleingruppen ist sowohl am Fach als auch am Alter der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Jeder Kurs findet einmal pro Woche statt (nicht in den Ferien) und dauert 60 Minuten.
  • In der Regel wird die Teilnahme von den Fachlehrern empfohlen; die Eltern können aber in Absprache mit der Schule auch von sich aus ihr Kind anmelden.
  • Das Lerntraining wird von qualifizierten Lehrkräften (meist Fachstudenten oder pensionierte Lehrkräfte) durchgeführt. Fachlehrer und Förderlehrer stehen in intensivem Kontakt zueinander.
  • Die Eltern bezahlen einen Unkostenbeitrag von 35,00 € pro Monat für jedes Fach. Eine Kostenübernahme durch die Sozialagentur der Stadt Mülheim über das Bildungs- und Teilhabepaket ist ebenfalls möglich.
  • Kontakt Gymnasium Broich: Hr. Ahrens; Kontakt Caritas-Mülheim: Hr. Arntz, Telefon: 0208-30008-83, E-Mail: sebastian.arntz@caritas-muelheim.de
  • Das Anmeldeformular „19 Anmeldung Kleingruppe Gym Broich“ befindet sich unten auf dieser Seite. Die Eltern füllen es aus und geben es in der Schule ab, die es an die Caritas weiterleitet.
  • Familien, die Anrecht auf Leistungen aus dem Bereich Bildung und Teilhabe haben, füllen das „Formular D“ und das verkürzte Anmeldeformular „Anmeldung Lerntraining BuT“ aus. Das „Formular D“ unterschreiben die entsprechenden Fachlehrkräfte. Beides geht dann über die Schule an die Sozialagentur der Stadt Mülheim und an die Caritas. Auch diese Formulare befinden sich unten auf dieser Seite, dazu eine Übersicht zum Ablauf („01_Ablaufplan_Lerntraining der Caritas im Bildungspaket“).
 

Nachhilfebörse

Wir vermitteln kompetente Nachhilfe durch qualifizierte Oberstufenschülerinnen und -schüler (Kontakt: Fr. Husemann).
 

Beratungsangebot bei Lernschwierigkeiten auch im Hinblick auf Gewährung von Nachteilsausgleich

Bei Lernschwierigkeiten (Konzentrationsprobleme, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Störungen aus dem Autismus-Spektrum, psychische Auffälligkeiten etc.) bieten wir Ihnen zusätzliche Beratung an.
Dieses Angebot enthält auch eine Beratung im Hinblick auf den Umgang mit Behörden und Ärzten. Ein solcher „Behördengang“ ist immer Voraussetzung dafür, um Nachteilsausgleiche und/oder Integrationshelfer (IH) zu beantragen.
 

Lern- und Förderempfehlungen (LuF) und Förderplan

Am Schuljahrsende erhalten Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die nicht versetzt werden, zusammen mit dem Zeugnis Lern- und Förderempfehlungen (LuF). LuF können darüber hinaus auch Schülerinnen und Schüler erhalten, die zwar versetzt werden, aber einen entsprechenden Förderbedarf erkennen lassen. Mit den Halbjahrszeugnissen erhalten Schülerinnen und Schüler, deren Versetzung bereits zu diesem Zeitpunkt gefährdet scheint, einen individuellen Förderplan.
Inhalt eines Förderplans:
  • Beschreibung von Stärken sowie Schwächen und Defiziten
  • Nennung konkreter Ansatzpunkte und Maßnahmen zur Aufarbeitung der Schwächen und Defizite, nämlich:
  • Maßnahmen der Schule: z. B. Beratung bei der Anlage von Arbeitsplänen, Beratung in Bezug auf Teilleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten, Anmeldung zum Ergänzungsunterricht und zum Lerntraining, Anmeldung zur Hausaufgabenbetreuung für die Klassen 5 und 6.
  • Maßnahmen der Eltern: z. B. Kontrolle der Hausaufgaben, Unterstützung bei der Anfertigung von Arbeitsplänen, Inanspruchnahme von Angeboten der Schule, Inanspruchnahme ärztlicher Beratung und Diagnosestellung bei Teilleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten.
  • Zeitpunkt und Verantwortung für die Überprüfung der angestrebten Wirkung.
 

Kontakt

Dr. Rüdiger Ahrens (Koordinator Individuelle Förderung), Sprechstunde nach Vereinbarung
Zudem geben auch die Klassenleitungen und die Fachlehrkräfte Auskunft auf Fragen zur Individuellen Förderung.