Rechtliche Grundlagen

Das Anfertigen von Hausaufgaben gehört nach §42 (3) SchG zu den Pflichten der Schülerinnen und Schüler. Unterrichtsbeiträge auf der Basis der Hausaufgaben können zur Leistungsbewertung herangezogen werden.
Rechtliche Grundlage ist der im folgenden skizzierte "Hausaufgabenerlass" (vgl. BASS 12-63 Nr. 3 [Stand: 01.06.2015], RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 05.05.2015 (ABI. NRW. 6/15)):

 

Hausaufgaben dienen:
  • der Einprägung, Einübung und Anwendung des im Unterricht behandelten Stoffes,
  • der Vorbereitung von im Unterricht kommenden Aufgaben,
  • der selbständigen Auseinandersetzung mit begrenzten neuen Aufgaben.
Hausaufgaben sollen:
  • von den Schülern selbständig gelöst werden können,
  • durch Ratschläge für die Durchführung und Vermittlung von Arbeitstechniken und Hilfsmitteln begleitet werden,
  • nach Möglichkeit differenziert nach Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Neigungen der Schüler angeboten werden,
  • regelmäßig überprüft werden,
  • in der Regel nicht zensiert werden (gilt nur in der Sekundarstufe I).
Nach dem Hausaufgaben-Erlass sind Hausaufgaben in den folgenden Fällen nicht möglich:
  • Hausaufgaben als Ersatz für fehlenden oder ausfallenden Unterricht,
  • Hausaufgaben, die der Disziplinierung dienen,
  • Hausaufgaben, die nicht aus dem Unterricht erwachsen oder in ihn zurückführen,
  • Hausaufgaben für den nächsten Tag, sofern am Nachmittag Unterricht stattfindet (gilt nur in der Sekundarstufe I),
  • Hausaufgaben, die direkt vor einem Sonntag oder Feiertag für den darauf folgenden Tag aufgegeben werden (gilt nur in der Sekundarstufe I).
Hausaufgaben sollen, bezogen auf einen einzigen Tag, in der folgenden Bearbeitungszeit erledigt werden können:
  • 60 Minuten für die Jahrgangsstufen 5 und 6,
  • 75 Minuten für die Jahrgangsstufen 7 bis 9,
  • der/die jeweilige Klassenlehrer/in beobachtet in Zusammenarbeit mit der Klasse und den unterrichtenden Fachlehrkräften das Ausmaß der Hausaufgaben und sorgt ggf. für einen Ausgleich,
  • in der gymnasialen Oberstufe gibt es für die Hausaufgaben keine zeitliche Begrenzung.

Praktische Umsetzung am Städt. Gymnasium Broich: Sekundarstufe I

Auswirkungen des Doppelstundenmodells des Gymnasiums Broich:
  • Durch das Doppelstundenmodell werden die Schüler zeitlich bei den Hausaufgaben entlastet, da sie in der Regel für höchstens drei Fächer (einmal in der Woche vier Fächer) pro Tag Hausaufgaben anfertigen müssen
  • Außerdem kommt es dadurch seltener vor, dass Hausaufgaben direkt für den nächsten Tag erledigt werden müssen
  • Methodisch kann auf das Doppelstundenmodell beispielsweise mit Hilfe von Wochenplanarbeit eingegangen werden
Transparenz schaffen: grundsätzliche Eintragung ins Klassenbuch
  • Eintragungen werden bei dem Tag vorgenommen, für den die Hausaufgaben aufgegeben werden,inklusive
    Angabe der geschätzten Bearbeitungszeit.
  • Vorherige Eintragungen werden beachtet, um die maximale Bearbeitungszeit nicht zu überschreiten.
  • Der/Die Klassenlehrer/in beobachtet das zeitliche Ausmaß der Hausaufgaben und steuert ggf. in Absprache
    mit den Fachlehrkräften nach, der/die Klassenlehrer/in ist auch Ansprechpartner/in für Schülerinnen und
    Schüler bei einer Hausaufgabenbelastung, die über das zulässige Maß hinausgeht.
  • Bzgl. des Zeitmaßes sind Hausaufgaben jedoch zu trennen von sonstigen außerunterrichtlichen Aufgaben
    (z.B. das Vorbereiten von Klassenarbeiten, individuelle Fördermaßnahmen, Vorbereitung eines Referats,...).
Feedback-Kultur
  • Erledigungskontrolle und Lösungskontrolle
  • Liste mit nicht erledigten HA hinten im Klassenbuch: Rückmeldung an Klassenlehrer und Eltern
  • Anbieten von Alternativ-Hausaufgaben im Bedarfsfall

Eigenverantwortung

  • Hausaufgabenplaner sollen verbindlich von allen Schülerinnen und Schülern angeschafft und gewissenhaft geführt werden.
  • HA-Teams in jeder Klasse (Wohnortnähe): Ansprechpartner nicht nur für die Frage, welche Hausaufgaben zu erledigen sind, sondern auch für Schwierigkeiten bei den Aufgabenstellungen der Hausaufgaben.
  • Bei häufigen nicht erledigten Hausaufgaben kann in Absprache mit den Eltern die Regelung eingeführt werden, dass der Schüler oder die Schülerin seine bzw. ihre Hausaufgabennotiz im Hausaufgabenheft am Ende jeder Stunde von der Lehrkraft abzeichnen lässt (auch im Fall, dass es keine Hausaufgaben gibt!). Die Eltern können so zuverlässig kontrollieren, welche Aufgaben zu erledigen sind. Die Verantwortung für das Einholen der Unterschrift liegt dann bei der Schülerin bzw. bei dem Schüler, die bzw. der selbst auf die Lehrkraft zugehen muss, um die Unterschrift einzuholen.
Methodentraining
  • "Methodentraining für Hausaufgaben" eingebettet in das Methodentraining und die Module des "Lernen lernen" in den Klassen 5 und 6

Praktische Umsetzung am Städt. Gymnasium Broich: Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II ergibt sich durch die Verkürzung der Schulzeit ein gesondertes Problem, da die Schülerinnen und Schüler zum Teil eine hohe Wochenstundenanzahl absolvieren. Dies bedeutet auch eine längere Unterrichtsdauer im Nachmittagsbereich. Außerdem ergibt sich ein höheres Arbeitsaufkommen durch die Facharbeit in der Jahrgangsstufe 11.
Um die Belastung für die Schülerinnen und Schüler zu reduzieren bzw. besser zu verteilen, ohne die Anforderungen zur Erreichung der allgemeinen Hochschulreife herabzusetzen und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sind folgende Punkte zu beachten:
  • möglichst keine Hausaufgaben von einem auf den anderen Tag bzw. kursinterne Absprache bezüglich langer Schultage
  • Verzicht auf bzw. Reduktion der ausführlichen schriftlichen Ausarbeitungen
  • langfristige Hausaufgaben stellen, damit die Schülerinnen und Schüler sich ihre Zeit dafür selbst einteilen können
  • Klausurphase sowie Facharbeit beachten: hier weitere Reduzierung der Hausaufgaben
Für die Umsetzung des Konzeptes sind die Fachlehrkräfte verantwortlich.
 
Bemerkung: In der Oberstufe dürfen Hausaufgaben benotet werden (anders als in der Sekundarstufe I).