Chemie

 
Chemie ist, wenn es kracht...
 
so stellen sich viele (vor allem die jüngeren) Schüler den Chemieunterricht vor. Aber eines unserer Ziele ist, dass genau dieses nicht passiert. Es soll sachgerecht, zielgerichtet und vor allem sicher experimentiert werden. Das Experiment soll Freude und Interesse an Fragestellungen der Chemie und am chemischen Arbeiten vermitteln. Es bietet aber, so die Hoffnung, noch viele andere Möglichkeiten, z.B. unterstützt es Kooperation, fördert manuelle Fähigkeiten, zeigt Beziehungen zwischen Beobachtungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen und beinhaltet Aspekte der Sicherheits- und Umwelterziehung.
 
Doch der Chemieunterricht kann (leider?) nicht nur aus Versuchen bestehen. Daneben müssen auch Erklärungen (der Versuche) und Theorien erkannt, formuliert und angewendet werden. In den höheren Jahrgangsstufen mehr, bei den jüngeren Schülern weniger. Dies lässt spezifische Denk- und Arbeitsweisen der Chemie erkennen, kann Phänomene des Alltags ebenso erklären, wie interdisziplinäre Fragestellungen lösen. Wer die stoffliche Zusammensetzung unserer Welt erkunden will, der ist in der Chemie richtig. Hier wird der Aufbau der Materie erklärt, die zusammenhaltenden Kräfte erläutert, die Vielzahl der Stoffe geordnet und Eigenschaften der Substanzen gedeutet. Kurzum – man kann dann fragend und wissend durch die Welt gehen. (Leider kann trotzdem nicht jedes chemische Problem gelöst werden.)
 
Aber die Chemie ist keine isolierte Wissenschaft. Wir versuchen Bezüge zum Alltag (z.B. Kunststoffe, Salze, Säuren usw.) herzustellen und allgemeine Probleme zu behandeln (u.a. Treibhauseffekt, Ozonloch, Endlichkeit der Ressourcen, sicherer Umgang mit Chemikalien). Hier nutzen wir auch fachübergreifende Unterrichtsansätze.
 
Eine Besonderheit ist noch der Differenzierungskurs Biochemie, in dem biologische, aber auch chemische Fragestellungen mit Experimenten vor allem aus dem Bereich der Chemie beantwortet werden. Somit arbeitet die Chemie interdisziplinär. Sie ist Hilfswissenschaft der Biologie und benutzt Erkenntnisse anderer Fächer (u.a. Physik und Mathematik).
 
Zum Schluss soll auch das - für einen Teil der Schüler - schwierigste Problem angesprochen werden, die Formelsprache der Chemie! Sie ist, wie alle (natur-) wissenschaftlichen Sprachen, streng, formal und eindeutig. Das ist auch schon einer der Gründe, warum man nicht darauf verzichten sollte. Mit ein bisschen Einsatz und logischer Überlegung kann diese Sprache (mit den sehr wenigen „Vokabeln“) schnell gelernt und dann selbst eingesetzt werden. Manch einer fragt sich am Ende, warum es zu Beginn ein Problem war. Und wer weiß, vielleicht ist das schon der erste Schritt zum ausgebildeten Chemiker.